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In der Reihe In Persona geben international renommierte und künstlerisch herausragende Trickfilmer aus der ganzen Welt persönlich Einblick in ihr Werk und ihre Arbeitsweise. Mit von der Partie sind u.a. Agnes Hay, Georges Schwitzgebel und Raoul Servais.

Alle Künstler werden persönlich anwesend sein! 

Mi., 9.5., 19 Uhr, Metropol 2

In Persona Agnes Hay (Budapest)
Animation History

Was passiert, wenn eine 20-jährige junge Frau Anfang der 70er in Budapest , das noch Mitten im Kommunismus steckt, die Chance bekommt, einen Animationsfilm in einem Filmstudio zu drehen, das nach dem Filmtheoretiker und Autor Béla Balázs benannt wurde? Es entsteht "Diary of an Excentric Gentleman" ("Tagebuch eines exzentrischen Gentlemans"), ein 13-minütiger Bilderessay mit Legetrick-Technik – gehalten in einem einfachen, minimalistischen Stil von schwarz-weißen Bildern dutzender ähnlich exzentrischer Gentlemen. Von Beginn der 70er an experimentierte Háy – mal in kürzeren, mal in längerer Version – mit Teig und sie erzählte damit Geschichten oder experimentierte einfach nur mit der Beschaffenheit des Materials. Die Regisseurin arbeitet aber auch mit dem "Material" Zeit, deren Substanz in der filmischen Umsetzung eingefangen und reproduziert – und mithilfe von Animation modifiziert - werden kann. Ein weiterer nicht unerheblicher Teil in Háys Animationsfilmen sind die Pixilations mit Stopptrick-Technik. Háy nutzt nahezu alle analogen Animationstechniken und später auch die digitalen in demselben Geist, sie folgt ihrem eigenen arbiträren Strukturalismus, indem sie bei der Herstellung der Filme immer mit Musikern zusammenarbeitet, die die Herausforderung, ihre charmanten Vorstellung von Animationsfilm zu begleiten, allzu gerne annehmen. (Lívia Rózsás)

Fr., 11.05. / 17 Uhr, Cinema

In Persona Michel Ocelot (Paris)

Michel Ocelot kommt an der Côte d'Azur zur Welt und verbringt seine Kindheit in Guinea, bevor er nach Frankreich zurückkehrt und in Paris Kunst studiert. Für das Fernsehen dreht er zunächst die Serie "Les Aventures de Gédéon" (1976). In seinem ersten Kurzfilm "Les Trois Inventeurs" (1979), der mit dem BAFTA ausgezeichnet wird, verwendet Ocelot Figuren und Kulissen aus Papier – eine erste Annäherung an den Scherenschnitt in der Tradition Lotte Reinigers. "La Légende du Pauvre Bossu" erhält 1983 den César für den besten animierten Kurzfilm. Lebende Schatten ziehen Ocelot von nun an in ihren Bann. Serien-Episoden und Kurzfilme in Scherenschnitt folgen, darunter "Le Prince Joyaux" (1992). Ocelot verschreibt sich den zauberhaften Silhouetten und erweckt mit ihnen Märchengestalten aus allen Welten zum Leben. Hexen, Bucklige und grausame Königinnen bevölkern sein Werk. Doch der Held, der Ocelot einer breiten Öffentlichkeit bekannt macht, ist ein kleiner Junge: mit "Kirikou et la Sorcière" (1998) verfilmt Ocelot ein Märchen aus dem Land seiner Kindheit und überzeugt weltweit Kritiker und Publikum. Die Fortsetzung "Kirikou et les Bêtes Sauvages" (2005) gewinnt 2006 den Publikumspreis in Stuttgart und wird im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt. Ocelots vierter Langfilm "Azur et Asmar" (2006) wird für die "Quinzaine des Réalisateurs" in Cannes ausgewählt und ein Jahr später beim AniMovie-Wettbewerb des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart als bester animierter Langfilm prämiert. "Les Contes de la Nuit" (2011), eine Märchensammlung, erscheint in 3D und läuft im Internationalen Wettbewerb der Berlinale. Die alte Kunst des Silhouettenfilms verbindet sich mit den Möglichkeiten moderner Technik. Michel Ocelot ist offen für alle Künste – auch für das Genre Musikvideo. Für die isländische Sängerin Björk dreht er ein Silhouettenvideo zu ihrem Song "Earth Intruders" (2007).


präsentiert in Zusammenarbeit mit den Französischen Filmtagen Tübingen-Stuttgart

Fr., 11.05. / 20 Uhr, Metropol 2

In Persona Raoul Servais (Brüssel)

Graue Legionen wollen die Welt der Farbe besiegen, Staaten setzen Nervengift ein, Nachtfalter und prähistorische Reptilien durchqueren desolate Landschaften. Raoul Servais' Filme sind durchdrungen von phantastischen Wesen und traumhafter Zauberhaftigkeit, doch sie stellen die universellen Fragen der Menschheit – humanistisch, kämpferisch, mit offenem Blick, auch für das Bedrohliche. Der belgische Pionier des Animationsfilms kommt 1928 in Ostende zur Welt, in den 50er Jahren assistiert er René Magritte bei dessen Wandmalereiprojekten. An der Académie des Beaux-Arts in Gent experimentiert Servais mit unterschiedlichen Künsten wie Wand- und Fenstermalerei.1960 wird Servais Professor der Angewandten Künste und gründet 1963 die erste Animationshochschule Europas, die "Ecole de Film d’Animation" an der Académie des Beaux-Arts in Gent. In den 60er Jahren beginnt Servais' Karriere als Filmemacher: bereits sein erster Film "Les Lumières du Port" wird in Anvers wegen der Originalität seiner Grafik ausgezeichnet. Von nun an dreht Servais in 35 mm, dem Format der Kinosäle. "Chromophobia" (1966) und "Sirène" (1968) werden weltweit mit Auszeichnungen überschüttet. Servais feiert auch mit weiteren Filmen Erfolge in Venedig, Annecy, Zagreb, Bilbao, Montreal, Chicago und Teheran. Seine kraftvolle Bildersprache ist universell und wird auch in nicht-europäischen Kulturen verstanden. 1979 erhält Servais für "Harpya" - vogelähnliche Dämonen aus der griechischen Mythologie - die "Palme d’Or" in Cannes. Servais versucht, Realfilm mit Animation zu verbinden, und entwickelt dazu eine eigene Technik, "la Servaisgraphie", die er jedoch nur in "Papillons de nuit" (1998) einsetzt. 1985 bis 1994 ist Servais Präsident der International Association for Animated Film (ASIFA).

Sa., 12.05. / 16 Uhr, Metropol 2

In Persona Georges Schwizgebel (Genf)

Ein Akkordeon-Walzer schwebt über Acrylfarben auf Celluloid, ein alter Mann wechselt von einem Bild zum nächsten, Fragmente aus Opern erklingen – typische Szenen aus Georges Schwizgebels Filmen. Oft sind diese von musikalischen Strukturen inspiriert und umfassen andere Künste wie Theater, Malerei und Architektur. Wenige Pinselstriche umreißen Charaktere, atmosphärisch dichte Szenen entstehen mit einnehmender Leichtigkeit. Georges Schwizgebel kommt 1944 in Reconvilier zur Welt, einem Dorf im Juratal. Zum Grafik-Studium geht er nach Genf an die Ecole des Arts Décoratifs und arbeitet in einer Werbeagentur. 1970 gründet Schwizgebel gemeinsam mit zwei befreundeten Grafikern das Studio GDS. Das Sichten zahlreicher Filme in Annecy ist nicht folgenlos geblieben: Schwizgebel beginnt, Animationsfilme zu drehen. Nach einem Aufenthalt in Shanghai entsteht der Kurzfilm „78 Tours“ (1985), der in Stuttgart den Grand Prix erhält. Es folgen „Le sujet du tableau“ (1989), eine Geschichte über Vergänglichkeit, „La course à l’abîme“ (1992), „L’année du daim“ (1995), eine Adaption der Erzählung Liu Zongyuans, und „Fugue“ (1998). Das Schweizer Office Fédérale de la Culture (OFC) zeichnet Schwizgebels Filme, die ohne Sprache auskommen, mehrfach aus, er feiert Erfolge auf Festivals in Annecy, Espinho, Zagreb, Oberhausen, Hiroshima und Shanghai. Retrospektiven und Ausstellungen führen Schwizgebel um den Globus, auch nach Stuttgart. 1990 erscheint Patricia Plattners Dokumentarfilm „Des tableaux qui bougent“ über Schwizgebels Arbeit. In den Jahren 2000 bis 2008 dreht er vier weitere Filme – alle werden auf Festivals ausgezeichnet, vor allem „L’homme sans l’ombre“ (2004), der auch in Cannes prämiert wird. Seinen aktuellen Film „Romance“ (2011) stellt Schwizgebel im Internationalen Wettbewerb vor: eine virtuelle Romanze zu Musik von Rachmaninov.

Sa., 12.05. / 20 Uhr, Metropol 2

In Persona Tine Kluth (London)

Tine Kluth wird 1973 in Ostfildern-Ruit bei Stuttgart geboren. 1995 bis 2002 studiert sie im Bereich Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Die Kurzfilme "Geisterbahn" (1999/2000) und "Das Schloss" (2002) entstehen. Nebenbei ist Kluth an Andy Kaisers deutscher Version der amerikanischen Knetfiguren-TV-Serie "Celebrity Deathmatch" beteiligt. Nach dem Diplom-Abschluss dreht Kluth ihren Animationsfilm "Kater" (2005), den sie auch selbst produziert. "Kater" erzählt die Geschichte eines Straßenkaters, der unglücklich in Hinterhöfen umherstreift, bis er von einem Auto überfahren wird. Doch Katzen haben bekanntermaßen neun Leben – die der Kater brauchen wird, um die Liebe seines Lebens zu erobern... Es folgen Animations-Projekte wie das Musikvideo "Ding" der Berliner Dancehall-Combo Seeed und die Serie "Dragon" unter der Regie Thomas Schneider-Trumpps. Der Stop Motion Knetanimations - Film "Tomte Tummetott und der Fuchs" (2007) erhält wie zuvor bereits "Kater" das Prädikat "besonders wertvoll" von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW). 2007 zieht Tine Kluth nach London, wo sie für verschiedene britische Animationsstudios arbeitet, darunter Gutsy TV und Nexus. Seit 2008 ist sie als freie Animatorin für die Kinderanimationsserie "Timmy Time" bei Aardman Animations in Bristol tätig. In Deutschland erregt Kluths aktuelle Zusammenarbeit mit der Kultband Die Ärzte Aufsehen: für deren neues Album "zeiDverschwÄndung" dreht Kluth in Zusammenarbeit mit Kollegen 32 amüsante Video-Clips, in denen kleine Männchen in Mischtechnik die Musiker durch 30 Jahre Bandgeschichte jagen.

Sa., 12.05. / 21 Uhr, Gloria 2

In Persona Dustin Grella (New York)

 

Auf einer Schiefertafel erscheinen Worte aus Kreide. "Prayers for Peace" (2009) erzählt von Dustin Grellas Bruder, der 2004 im Irak-Krieg ums Leben kommt. Das Akron Art Museum zeigt „Prayers for Peace“ 2010 vier Monate lang als Teil einer Installation, unzählige Screenings führen den Film zu Festivals auf der ganzen Welt, 2010 auch nach Stuttgart. 2012 stellt Grella in Stuttgart sein aktuelles Projekt „Animation Hotline“ vor: per Skype kann jeder Interessierte Texte auf Grellas Mailbox sprechen. Ausgewählte Nachrichten animiert Grella in 30-Sekunden-Filmen, die im April als Installation auf 16 Großbildschirmen in der Stadtbibliothek Stuttgart zu sehen sind. Metaphern für die Unbeständigkeit des Lebens durchziehen Grellas Werk. „Glimpse“ (2007) ist ein Stream of Consciousness zum Lower East Side - Soundtrack von Gary Michael Millus. Seit zehn Jahren schreibt Grella „Notes to Self“, tägliche Briefe an sich selbst. Grella zelebriert die obsessiven Aspekte, sich seiner Arbeit wie einem Puzzle nähernd, Aktionen wiederholend, bis eine Lösung gefunden ist. Wichtiger als das Produkt ist ihm der Akt des Erschaffens, über den er in seinem „Dirty Hands Blog“ schreibt. Dustin Grella wächst im ländlichen Medina, Ohio, auf und studiert „Computer Art“ an der School of Visual Arts in New York. Schon vor seinem MFA-Abschluss erhält Grella zahlreiche Preise, 2010 den Walt Disney Award beim Ottawa International Animation Festival. Seit 2010 leitet Grella „Dusty Studio“ in New York.

So., 13.05. / 15 Uhr, Metropol 3

In Persona Anneliese Klemm (München)

Anneliese Klemm sammelt bei Epoche-Gasparcolor ihre ersten Animationserfahrungen mit technischen Lehrfilmen, bevor sie ab 1942 bei der Deutschen Zeichenfilm GmbH u.a. für Gerhard Fieber die Hauptfigur aus Armer Hansi (1943) koloriert und konturiert. In dieser Zeit lernt sie ihren späteren Ehemann Rudi Klemm kennen. Ab 1949 ist das junge Paar in Stuttgart ansässig. Rudi Klemm fertigt farbige Scherenschnitte als Buchillustrationen und künstlerische Arbeiten. Gemeinsam arbeiten die Klemms mit Kamera und Tricksequenzen für unterschiedliche Regisseure und Auftraggeber: seien es ein Porträt des renommierten Stuttgarter Künstlers Willi Baumeister (1954) oder Agrar-Lehrfilme, wie Die Zuckerrübe, Königin unserer Kulturpflanzen (1950). Rudi Klemm verstirbt mit nur 51 Jahren 1955 nach schwerer Krankheit. Auf sich gestellt, gelingt es Anneliese Klemm auf besondere Weise, in der süddeutschen Animationsfilmbranche Fuß zu fassen. Bald ist sie nicht ‚nur‘ Konturistin und Koloristin, wie so viele ihrer weiblichen Kolleginnen in der Zeit, sondern besetzt mit eigenem Atelier inkl. Aufnahmetechnik eine Ausnahmeposition als Frau in der Branche. Bedeutende Zeichner und Regisseure aus Stuttgart und München, die mit ihren Filmen und Serien das damalige Fernsehen prägen, greifen auf Anneliese Klemms Erfahrungen, handwerkliches Können, Präzision und Technik zurück. Sie wirkt an der Äffle&Pferdle-Serie (1960-2001) von Armin Lang mit, wie auch an dessen Film Die Propellerinsel (1974) nach Jules Verne. Sie arbeitet mit dem Vater des HB-Männchens Roland Töpfer, dem Ausnahmekünstler Flo Nordhoff sowie den Regisseuren Jo Martin und Lajos Remenyik. Mit letzterem dreht sie Unser Garten (1976). Wir freuen uns sehr, dass Anneliese Klemm im Filmgespräch persönliche Einblicke in die damalige Animationsfilmbranche geben wird. (André Eckardt, Deutsches Institut für Animationsfilm)

ITFS Trailer 2013