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Die Renaissance des Silhouettenfilms

In den letzen Jahren gab es eine erneute Blüte des Scherenschnittfilms. Der malaysische Kurator Hassan Muthalib spürt in seiner Programmreihe "Journeying with Shadows" den aktuellen Tendenzen des Silhouettenfilms in Asien, Amerika und Europa nach. Gemeinsam mit der DEFA Stiftung und dem DIAF präsentieren wir eine Retrospektive des ostdeutschen Silhouettenfilmers Bruno Böttge (1925-1981), der ganz im Geiste der Trickfilmlegende Lotte Reiniger gearbeitet hat. Der französische Starregisseur Michel Ocelot gibt in einem Workshop Einblick in seinen stereoskopischen Silhouettenfilm "Les contes de la nuit".

Lebende Schatten – Silhouettenfilme von Bruno J. Böttge

Lotte Reiniger, die große Meisterin der Silhouettenanimation, schreibt 1973 aus Großbritannien einen Brief an Bruno Böttge (1925-81), den Regisseur und Mitbegründer des DEFA Studios für Trickfilme in Dresden: "Lieber Herr Böttge, [ich] war immer sehr gerührt davon, mit welchem Respekt Sie von mir reden! Ich meinerseits versäume es nie, wenn ich gefragt werde, ob ich in meinen Lehren Kunstnachfolger gefunden habe, stolz zu antworten: Jawohl, Herrn Bruno Böttge in Dresden."

 

Wie Lotte Reiniger hatte sich auch Bruno Böttge bereits als Kind für die Kunst des Schattenrisses begeistert. Und er versichert ihr in seinem Antwortschreiben: "Sie können sich sicher sein, dass ich mir große Mühe gebe, meiner Meisterin keine Schande zu machen."

 

Er studiert für seine eigenen filmischen Umsetzungen der Technik nicht nur die Filme Lotte Reinigers. Ab 1951 beginnt er mit Experimenten, um seine Vorstellungen der Möglichkeiten des Silhouettenfilms zu vervollkommnen. Mit viel Überzeugungsarbeit in Form von zahlreichen Briefen an die Studioleitung gelingt es ihm, diese oft als eigenwillig eingestufte Animationsform in der Animationslandschaft der DEFA zu etablieren.

 

In seinen 50 Filmen für das DEFA Studio für Trickfilme animiert er Märchen (DIE GESCHENKE DES GRAUMÄNNCHENS, 1957 zählt hier zu seinen größten – auch internationalen - Erfolgen) und abstrakte Geschichten (PÜNKTCHEN, 1964), aber auch Parabeln auf allzu Menschliches (z.B. ENT- ODER WEDER, 1964 oder LIEBE UND COMPUTER, 1971) und offizielle Arbeiten für die staatliche Propaganda der DDR (30. JAHRESTAG DER BEFREIUNG VOM FASCHISMUS, 1974 oder ES BLÜHEN DIE ROTEN NELKEN, 1976). Zudem experimentiert er mit den verschiedenen Möglichkeiten der Kombination von Flachfiguren- und Silhouettenanimation.

 

Die DEFA Stiftung und das Deutsche Institut für Animationsfilm präsentiert zwei Programme mit Filmen des bedeutenden DEFA-Animationskünstlers Bruno Böttge für erwachsene und jugendliche Zuschauer.

 

Anja Ellenberger

  • Mi., 09.05. / 15 Uhr, Metropol 3: Retrospektive Bruno Böttge 1
  • Mi., 09.05. / 17 Uhr, Metropol 3: Retrospektive Bruno Böttge 2

JOURNEYING WITH SHADOWS

Tradition & Innovation der Silhouetten-Animation

kuratiert von Hassan Muthalib

Dieses Programm aus Animations- und Realfilmen, in denen Silhouetten benutzt werden, ist eine Hommage and die inspirierte Vision und das Werk von Lotte Reiniger und ihren Silhouettenfilm "Die Abenteuer des Prinzen Achmed", der vom chinesischen Schattenspiel inspiriert wurde. Ihre Arbeiten haben die heutigen Animationsfilmer dazu angeregt, Grenzen zu überschreiten und Einfallsreichtum in der Verwendung verschiedenster Stilarten und Techniken zu zeigen, die Reiniger selbst sich in ihren wildesten Träumen nicht hätte vorstellen können aber die sie sicherlich mit ganzem Herzen geschätzt hätte. In

 

Programm 1 beginnt unsere Reise mit animierten Scherenschnitten und Bildern und führt dann zu animierten Schattenspiel-Puppen. Traditionell animierte und digital-bearbeitete Arbeiten vervollständigen das Programm und zeigen die "tradigitale" Natur der heutigen Silhouetten-Animation. Das Programm wird durch einen Kurzfilm abgerundet, der für einen Oscar nominiert war und zeigt, dass diese Kunstform immer noch relevant und zeitgemäß ist.

 

Programm 2 enthält Echtzeit-Performances mit Silhouetten aus menschlichen Körpern, die auf faszinierende Art und Weise von wahren Meistern der Manipulation und des Tanzes "animiert" wurden. Die Performance-/Installationsarbeiten zeigen ein "interaktives Umfeld", das die aktuellen Szenarien widerspiegeln, in denen Technologie die Umsetzung ermöglicht. Der Schlussfilm beweist, das ein Kunstwerk durchaus sehr persönlich sein kann. Die Animatorin tritt in ihrem eigenen Film als Silhouette auf und interagiert mühelos mit ihren animierten Elementen.

 

In Programm 3 werden Ausschnitte aus drei Dokumentationsfilme über die Kunst des Schattenspiels gezeigt. Der Regisseur Werner Nekes spricht über seine Reise um die Welt, bei der er Schattenspiel-Performances gedreht hat und geht dabei besonders auf diese Kunst in China, Indien und Bali, Indonesien, ein.

  • Mi., 09.05. / 21 Uhr, Metropol 3: Programm 1
  • Do., 10.05. / 21 Uhr, Gloria 2: Programm 2
  • Fr., 11.05. / 21 Uhr, Metropol 3: Programm 3

Lotte Reiniger - Tanz der Schatten

Nicht – wie gerne behauptet – Walt Disney, sondern der deutschen Filmkünstlerin Lotte Reiniger ist der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte zu verdanken. 1926 zauberte die Virtuosin des Scherenschnitts die "Abenteuer des Prinzen Achmed" auf die Stummfilmleinwand und erfand eine neue Spielart des Kunstfilms zwischen Jugendstilästhetik, Expressionismus und Zaubermärchen. Während ihr Mann Carl Koch die Multiplankamera und den Tricktisch perfektionierte, entwickelte Lotte Reiniger Figur um Figur und inszenierte deren Bewegungen mit äußerster Geduld.

 

Die sechzigminütige Dokumentation "Lotte Reiniger – Tanz der Schatten" zeigt die Aktualität Reinigers, die weltweit bis heute inspirierend auf die Kunst junger Animationsfilmer wirkt. Filmkünstler wie Michel Ocelot und Hannes Rall kommentieren die Wirkung des Werks, das durch die Animationen Ben Hibons bis in die magische Welt Harry Potters reicht. Der Film blendet von den Lebenserfahrungen der Künstlerin auf ihr Werk und enthält neu aufgefundenes Material, das Lotte Reiniger bei der Arbeit an ihren letzten Filmen in Kanada zeigt.

 

Der Film ist am Lehrstuhl für Film- und Fernsehwissenschaft des Instituts für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität in Tübingen entstanden. Unterstützt durch ein professionelles Filmteam und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Tübingen arbeiteten Lehrende und Master-Studierende gemeinsam an dem ambitionierten Projekt der filmischen Wiederentdeckung einer bedeutenden Filmkünstlerin.

 

Regie: Susanne Marschall, Rada Bieberstein, Kurt Schneider

Land: Deutschland Produktionsjahr 2012

Länge: 60 Minuten

Produktion: Eikon Südwest

Gefördert durch das Land Baden Württemberg und die MFG Baden Württemberg

  • Sa., 12.05. / 17 Uhr, Cinema
ITFS Trailer 2013